London Diary 2 – Elementary, my dear Watson

In unserer Traumapartments-Antithese stehen ein Bett, ein kleines Sofa, ein Tisch und ein Badezimmer-Kämmerchen mit Motte. Dazu eine Behelfsküche mit zwei Nudelsieben, aber ohne Bratpfanne, Spüllappen oder Geschirrtuch. Dazu ein Fenster, das nicht schließt, nur soll das lieber keiner wissen. Und nicht einmal einen Föhn gibt es. Ehrlich, jede noch so Zivilisations-ferne Familien-Herbergs-Klitsche auf Island hatte so ein Mobilgebläse im Grundinventar. Aber hier in der Weltstadt London bezahlt man jeden Quadratmeter Komfort offensichtlich noch per Blutzoll ab. Ich will weiterlesen…

Der Schreibtisch 16/2018: Früher war mehr Konfetti – Die große 90er-Eurodance-Sause auf der Peißnitzinsel Halle und wie man damit umgeht

Tamagochi, Love Parade, Arschgeweih. Swear-Plateau-Schuhe und Hosen mit Schlag. Golfkrieg, Ruanda, Srebrenica. ‘Ne Flasche Bier als Politik-Konzept. Soap Operas, Heiner „Die Wassermanzen wanzen wälzen“ Bremer, Andreas Türck. Die 90er Jahre haben wahrlich viel Schmerz gebracht und waren insgesamt wenig hilfreich. Schließlich gab es ja dann noch diese Musik. Mit Vierviertel-Rummelbumms-Beat, Billig-Synthesizern, schlecht eingekauften Klischee-Rappern, peinlichen Overdress-Massakern und unterbelichtet überbelichteten Musikvideo-Versuchen. Mit grellem Farbfilter, epileptischen Zoom-Ins-and-Outs und psychedelischer Green-Screen-Folter. Eurodance nennt man das heute und niemand will es so recht weiterlesen…

Final Fantasy XV Tagebuch 05: Gods of War

Final Fantasy XV Tagebuch 05: Gods of War Ein ganz fischiger Vogel ist dieser Ardyn, dem wir im Schneckentempo Richtung Meet’n’Greet mit der Gottheit Titan hinterher gurken. Dass er allein durch seine Weisung Niflheimer Grenztore öffnet und uns am Fuß der Cauthess-Platte unserem Schicksal überlässt, weckt nicht wirklich Grundvertrauen. Und dieser Titan, dem wir uns in die heißen Untiefen der Karterlandschaft nähern, macht dem Begriff „gewaltig“ nicht nur durch seine immense Statur alle Ehre. Eine gewaltige Last trägt er weiterlesen…

London Diary 1 – What could possibly go wrong

Reisebericht, der Zweite! Diesmal also London. Ein für 8 Tage geplanter und auf 9 Tage ungewollt ausgedehnter Städtetrip, der natürlich unterm Strich großartig geworden ist, aber dazu von „Rahmenbedingungen“ flankiert wurde, die mit ‚Jenseits von gut und böse‘ noch floweresk umschmeichelt werden. Es gibt also schon im Prolog einiges zu berichten, womit die gute alte Tradition des Island-Berichts (hoffentlich) würdig fortgesetzt wird. Und ja, es tut mir jetzt schon leid, dass die insgesamt sieben Texte nur alle zwei Wochenenden weiterlesen…

Markus Digwa: „Polaroids“ & „entglitten“

Markus Digwa: „Polaroids“ & „entglitten“ Sammlung – Kurzgeschichten / Gedichte 2018 — Edition Winterwork Heutzutage muss alles Entertainment sein. Die große Gala, die breite Geste. Poetry Slam, Kabarett, Comedy. Interaktiv, affektiv, provokativ. Unter dem Dogma des Sensationellen stirbt das sanfte Drama, verweht der ruhige Dichter, der schüchterne Anekdotenschreiber. Markus Digwa wählt bewusst den Weg des Anachronistischen. Mit ausgesuchten Worten und metaphorischen Sinnbildern, mit Gedichten und Kurzgeschichten ist er ganz der Poet – und findet damit sein Publikum. Beeinflusst von weiterlesen…