Der Schreibtisch 16/2018: Früher war mehr Konfetti – Die große 90er-Eurodance-Sause auf der Peißnitzinsel Halle und wie man damit umgeht

Tamagochi, Love Parade, Arschgeweih. Swear-Plateau-Schuhe und Hosen mit Schlag. Golfkrieg, Ruanda, Srebrenica. ‘Ne Flasche Bier als Politik-Konzept. Soap Operas, Heiner „Die Wassermanzen wanzen wälzen“ Bremer, Andreas Türck. Die 90er Jahre haben wahrlich viel Schmerz gebracht und waren insgesamt wenig hilfreich. Schließlich gab es ja dann noch diese Musik. Mit Vierviertel-Rummelbumms-Beat, Billig-Synthesizern, schlecht eingekauften Klischee-Rappern, peinlichen Overdress-Massakern und unterbelichtet überbelichteten Musikvideo-Versuchen. Mit grellem Farbfilter, epileptischen Zoom-Ins-and-Outs und psychedelischer Green-Screen-Folter. Eurodance nennt man das heute und niemand will es so recht weiterlesen…

Der Schreibtisch 15/2018: Schöne neue Welt – Das Ende dieses Blogs?

Man kann es aber auch anstellen wie man will: Seine Worte mit Bedacht wählen und gelegentlich Zynismus vorschieben, um nicht beleidigend zu werden. Recherchieren und überprüfen, um keine Falschmeldungen ins Internetz zu posaunen. Und ausschließlich lizenzfreie Bilder verwenden, die mit Titel, Autor und CC-Lizenz per Hyperlink attributiert werden, um sich auch ja vor möglichen rechtlichen Stolpersteinen wasserdicht abzuriegeln. Aber von irgendwo her kommen sie immer angekrochen. Leute, die über jedes noch so kleine Schlupfloch versuchen, Profit einzustreichen. Keine integren weiterlesen…

Der Schreibtisch 14/2018: Effizienzoffensive Nüchternheit am Männertag – Ein Gedankenspiel

Ist es tatsächlich schon wieder soweit? Die Getränkeregale der Discounter-Höllen gleichen einer Oasen-befreiten Dürrezone, die Göttergattinnen beten den Rosenkranz, zartere Gemüter schließen Augen und Fensterläden: Die Männer sind wieder los! Und machen das, was sie sonst auch immer machen, nämlich saufen, Mist bauen und sich überhaupt ihrem Alter völlig unangemessen aufführen. Nur dass sie für den maximalen Spaß an der Eskalation an diesem geheiligten aller so kaum vorgesehenen Feiertage nicht einmal mehr eine Rechtfertigung zur systemimmanenten Bejallerung ins Feld weiterlesen…

Der Schreibtisch 13/2018: Über Fressen und Strafen

Der Mensch ist ein Tier! Und ein besonders Blödes noch dazu! Ständig tut er Dinge, die er nicht tun muss und vor allem nicht tun sollte – und das in voll beweglichem Zustand seiner geistigen Umnachtung. Der Mensch geht nicht eine Antilope fangen, um eine Antilope zu verputzen und sich dann selbstzufrieden in die Sonne zu legen. Nein, der Mensch schickt andere los, um Antilopen und die halbe Tierwelt zu jagen und sich dann alles gleichzeitig reinzuschrauben. Dann kriegt weiterlesen…

Der Schreibtisch 12/2018 – Hitzefrei! Kolumne im Sommer-Modus

Schluss. Aus. Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. Wer gerade wen zum heißen Tänzchen mit großen Waffen auffordert und wem welches Atomabkommen an wessen Rüstungsnäschen vorbei zwitschert und warum RB kein Spiel mehr gewinnt… Alles egal! Was andere können, kann …nein, darf… nein, muss die Kolumne schon lange. Also tief durchgeatmet, den Kopf in den heißen Wüstensand geschoben und den Allerwertesten Richtung Glückseligkeit gereckt: Es wird Sommer! Zumindest war das so bis Sonntag! Viel wärmer, als es im April weiterlesen…

Der Schreibtisch 11/2018 (In eigener Sache): Musiknacht Wolfen – Ein Abgesang

Aus Liebe zur Tradition Traditionen soll man pflegen. Das ist ebenso viel- wie nichtssagend. Spülen beispielsweise ist eine ganz tolle Tradition. Oder Zähne putzen, auch wenn mir das die nächstbeste Veganer-Kommunen-Mutti wohl wieder streitig machen würde. Tradition ist mittlerweile auch, dass die Kolumne jede Woche kommt und dass ich um bestimmte dämlich breit getretene Themen und haargezogene Spekulationen einen weiten Bogen mache: So werde ich mich sicher nicht zu dem peinlichen Echo-Kollegah-Farid-Theater äußern, ist ja auch viel zu egal. weiterlesen…

Der Schreibtisch 10/2018 – Russland xoxo USA: BFFs vor der Weltuntergangsuhr

Es gibt Wochen, die sind nicht schön. Die fangen blöd an und werden nur noch unangenehmer. Vor allem, wenn es einem selbst dermaßen dufte geht, dass einem die Feder aus der Mütze springt – und man sich trotzdem nicht des Eindrucks erwehren kann, dass etwas gewaltig verkehrt läuft. Sicher, Schieflage ist immer, gerade momentan, davon muss man sich nicht erst flächendeckend crossmedial überzeugen lassen. Aber manchmal kommt es näher, als einem lieb ist. Da chillt man seine Wohlstandsbasis unter weiterlesen…

Der Schreibtisch 09/2018 – Wenn’s dir nicht gefällt, mach‘ neu: Von großen Plänen und YouTube unter Beschuss

Mmmhhh… Frühling. Nachts fast Frost, tagsüber nicht wirklich warm und grün wird’s noch nicht. Und Gewitter gibt’s auch schon. Eben feinster Frühling. Mmmhhh! Alles neu macht der Mai und heute sogar schon der April, das kann man sich gar nicht mehr vorstellen. So viel Neues passiert gerade, dass man vor lauter ToDo-Listen abarbeiten kaum noch die eigentliche Full-Time-Beschäftigung qualitativ angemessen gestemmt bekommt. Da ist ja auch bald neu, also ab Juni. Das dürfen dann auch langsam mal alle wissen, weiterlesen…

Der Schreibtisch 08/2018 – 5 wichtige Dinge, die der Osterhase wieder viel zu gut versteckt hat

5 wichtige Dinge, die der Osterhase wieder viel zu gut versteckt hat „Happy Easter“ (CC BY 2.0) by wuestenigel „Schahaatz?“ – „Was denn, Hase?“ – „Nichts, alles gut…“ – „…Moment, hab ich schon wieder deinen Geburtstag vergessen? Du weißt, dass ich mir die Kombination aus zweistelligen Tag- und Monatsangaben so schlecht merken kann…“ – „Ach, hör doch auf. Der 42te im Jahr des zehnköpfigen Drachen ist doch erst zur nächsten Mittsommernacht.“ – „Okay, aber was hab ich dann schon wieder… Aaaaaah!!!“ „Hey weiterlesen…

Der Schreibtisch 07-2018 – Im Angesicht des Kältetodes: Bücherverbrennung als Chance?

Buch, das; -[e]s: Ein Comic ohne Bilder, meistens Leipzig liest wieder. Zu Hunderttausenden. Das heißt, Leipzig schaut gerade kein RTL. Da kann man schon mal klatschen. Natürlich liest nicht nur Leipzig, sondern es lesen auch Leute, die gerade in Leipzig sind, aber nicht Leipzig sind. Was ja auch nicht schlimm ist. Und Leipzig und Nicht-Leipzig verkleiden sich auch wieder. Die verkleiden sich soweit, das man am Ende gar nicht mehr weiß, ob der oder die jetzt Leipzig oder Nicht-Leipzig weiterlesen…