Der Schreibtisch 13/2017 – Och nee, die SPD: Ein Requiem

Ja Mensch, was ließe sich nicht wieder alles schreiben: Wie der US-Föhnwellen-Pudel geradezu in Personalunion zur „Infantada“ (bitte nicht den Schreibfehler suchen) ausruft, wie sich De Maiziere quasi engelsgleich zum Retter aller entrechteten Flüchtlinge verklärt, wie einem all das angesichts vorweihnachtlicher Fressgelage und prokrastinierenden Witcher-Zockens gepflegt am Allerwertesten vorüber ziehen kann – oder man nimmt sich einfach die SPD vor. Einfacher geht nicht, und bei aller Liebe: Oh je, oh je, oh jemine… Der große Leichtsinn Olaf Kosinsky, 2015-12 Martin weiterlesen…

Der Schreibtisch 12/2017 – Oh Du Unfröhliche?

Winter ist ein Arschloch! Das ist so und war auch nie anders, außer in den Köpfen der Leute, die sich noch immer an wochenlanges Wi-Wa-Winter-Wunderland zurück zu erinnern meinen, welches so ganz sicher nie oder nur in den seltensten Fällen stattgefunden hat. Winter ist in erster Linie: Kalt bis zwischen die Eier und durch und durch verlogen. Weil unter dem weiß Geflockten doch nur spiegelglattes Gesichts-Abrieb-Material mit den Zähnen fletscht, weil nach gefühlt Millisekunden Schnee stets wochenlanges Dreck-und-Matsch-Suhlen wartet, weiterlesen…

Emma Ruth Rundle – UT Connewitz, Leipzig, 03.12.17 (Konzertbericht)

Emma Ruth Rundle – UT Connewitz, Leipzig, 03.12.2017 (Konzertbericht) Nahezu ausverkauft sollte es sein und doch retten Abendkasse-Tickets das noch immer halbwegs überschaubare Publikum. Vor der Tür treibt das erste Schneechaos des Jahres, der perfekte Rahmen für die düster-melancholische Musik der Emma Ruth Rundle. Aber auch der Grund, dass viele, überrascht vom Wintereinbruch, nicht den Weg zu ihrem Konzert im Leipziger UT Connewitz auf sich nehmen konnten. Einen guten Freund hat es ebenso erwischt, der hilflos am Hallenser Hauptbahnhof weiterlesen…

Emma Ruth Rundle – Marked for Death (Review/Musik)

Die Review zu „Emma Ruth Rundle – Marked for Death“ ist Teil der Reihe „Les nouvelles Grandes Dames schwermütiger Rock-Musik“. Allan Wan, Emma Ruth Rundle, CC BY 2.0 Emma Ruth Rundle – Marked for Death Alternative Rock / Ambient / Folk 30.09.2016 / Sargent House / 38:11 min Ball and Chain Wenn es nicht mehr weiter geht, so nicht mehr weiter gehen kann. Wenn es nichts mehr zu sagen gibt, man sich selbst nichts mehr zu sagen hat. Wenn man am weiterlesen…

Der Schreibtisch 11/2017 – Der Bitchmove des Chrissy L.

Juppheidi, Juppheida, das Polit-Büro ist da. Jahaa, endlich wieder Politik! …Gääähn… Gut, es war aber auch träge und öde die vergangenen Wochen. Also träg-öde. Kommt ja nicht umsonst von Trägödie. Aber jetzt, jetzt ist alles neu, und es kommt wieder Schwung in die schlaffen Fettpolster. Alle sind aufgeregt, jeder will mitreden, alles hat eine Meinung. Warum also nicht auf den Korso aufspringen und mit aufgeregt sein, bevor nächstes Wochenende schon wieder jeder gelangweilt und so gar nicht mehr aufgeregt weiterlesen…

Zola Jesus – Okovi (Review/Musik)

Die Review zu „Zola Jesus – Okovi“ ist Teil der Reihe „Les nouvelles Grandes Dames schwermütiger Rock-Musik“. „Zola Jesus Live Concert @ Dour Festival-“ (CC BY-NC-ND 2.0) by Kmeron „Zola Jesus Live Concert @ Dour Festival-“ (CC BY-NC-ND 2.0) by Kmeron Zola Jesus – Okovi Industrial / Electronica / Dark Pop / Neo-Klassik 08.09.2017 — Sacred Bones — 39:58 min Nach Hause gekommen Alles auf Anfang. Die Reißleine ziehen. Die Großstadt hinter sich lassen. Das Gefühl, in der Anonymität zu ertrinken und das Band zur weiterlesen…

Der Schreibtisch 10/2017 – Vogel frisst Baby

Die zehnte Kolumne. Ja meine Herr- und Frauschaften! Der angeblich so exorbitant wichtigen Jubiläums-Nummer und dem damit einher gehenden gesellschaftlichen Konsens gerecht werdend muss die 10te natürlich besonders sein. Jetzt wurde die „10 beste…“-Geschichte die letzten Wochen ja bereits zum Bersten überreizt, also warum nicht einfach das machen, was sich die Kolumne seit gut zwei Monaten wünscht, nämlich: Kürzer werden! Nur was tun? Die Bahn hat sich in den vergangenen Tagen wieder von ihrer schlimmst-besten Seite gezeigt, eine Runde weiterlesen…

Myrkur – Mareridt (Review/Musik)

Die Review zu „Myrkur – Mareridt“ ist Teil der Reihe „Les nouvelles Grandes Dames schwermütiger Rock-Musik“. „Myrkur at Roskilde Festival 2015“ (CC BY 2.0) by Stig Nygaard Myrkur – Mareridt Folk / Alternative / Black Metal 15.09.2017 — Relapse — 38:17 min Flucht nach vorn  Okay, verstanden! Mit Black Metal ist alles Krieg. Nihilismus, Kälte, Menschenfeind. Ist angekommen! Nur vielleicht sollte man in Zukunft das Zupfen an Mamas Hosenrock mit in die Aufzählung nehmen. So spannend, vital und facettenreich die Szene sein weiterlesen…

Der Schreibtisch 09/2017 – 10 noch viel beklopptere Dinge die man in Leipzig machen kann

Ich will ganz offen sein: Das große Ganze der vergangenen Woche ist eher peripher an mir vorüber mäandert. Jetzt muss man ja nicht gleich die ‚Nix hören/sehen/sagen-Drei-Affen-Karte‘ spielen, als Mensch unter Menschen und Medien in Leipzig klopft die Realität immer mal wieder an. Zum Jahrestag des Mauerfalls ließe sich sicher weit ausholen und die Kolumne wäre im Kasten. Man könnte auch gleich ins offene Messer rennen und sich zur #MeToo-Debatte positionieren. Oder ein Jahr Trump Revue passieren lassen. Aber weiterlesen…

Chelsea Wolfe – Hiss Spun (Review/Musik)

Die Review zu „Chelsea Wolfe – Hiss Spun“ ist Teil der Reihe „Les nouvelles Grandes Dames schwermütiger Rock-Musik“. Flickr user EsotericSapience, Chelsea Wolfe 2013, CC BY 2.0 Chelsea Wolfe – Hiss Spun Sludge Metal / Doom / Experimental Rock 22.09.2017 — Sargent House — 48:19 min „To embrace the mess of yourself“ Tiefer konnte sie wahrlich nicht mehr fallen. Nachdem Chelsea Wolfe mit ihrem 2015er Meilenstein „Abyss“ die hintersten Winkel ihres zerrütteten Seelenlebens in Fetzen gerissen hatte, blieb am pechschwarzen Grund weiterlesen…